§§ Finderlohn und mehr

Finderlohn und Fundunterschlagung: Paragraph

Als ehrlicher Finder wirst Du Dich als erstes fragen, wie Du dem rechtmäßigen Besitzer den Fundgegenstand wieder zukommen lassen kannst. Als zweites ist auch die Frage nach dem Finderlohn durchaus berechtigt, gibt es doch eindeutige gesetzliche Regelungen dazu. Weil über die Höhe des Finderlohns häufig Unklarheit besteht, hier eine einfache Berechnungsformel: bis 500 € sind es 5%, über 500 € sind es 3% + 10€.  Weil heutzutage immer die Gefahr droht, sich im Dschungel der Paragraphen zu verirren, zeigen wir in der Folge noch die wichtigsten Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) und des Strafgesetzbuches (StGB)

Finderlohn

Kurz zusammengefasst das Wichtigste:

Du bist verpflichtet, den Fund unverzüglich anzuzeigen, außer der Fundgegenstand ist weniger als 10 € wert. Dir steht normalerweise ein gesetzlicher Finderlohn zu und wenn sich innerhalb von sechs Monaten der Eigentümer nicht meldet, gehört der Fundgegenstand Dir. Zu einer detaillierten rechtlichen Beratung sind wir nicht berechtigt und dazu auch nicht in der Lage. Im konkreten Einzelfall musst Du Dir anwaltliche Hilfe besorgen.

§ 965 - Anzeigepflicht des Finders

(1) Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, hat dem Verlierer oder dem Eigentümer oder einem sonstigen Empfangsberechtigten unverzüglich Anzeige zu machen.

(2) Kennt der Finder die Empfangsberechtigten nicht oder ist ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so hat er den Fund und die Umstände, welche für die Ermittlung der Empfangsberechtigten erheblich sein können, unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro  wert, so bedarf es der Anzeige nicht.

§ 970 - Ersatz von Aufwendungen

Macht der Finder zum Zwecke der Verwahrung oder Erhaltung der Sache oder zum Zwecke der Ermittlung eines Empfangsberechtigten Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so kann er von dem Empfangsberechtigten Ersatz verlangen.

§ 971 - Finderlohn

(1) Der Finder kann von dem Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen. (2) Der Finderlohn beträgt von dem Werte der Sache bis zu 500 Euro fünf vom Hundert, von dem Mehrwert drei vom Hundert, bei Tieren drei vom Hundert. (3) Hat die Sache nur für den Empfangsberechtigten einen Wert, so ist der Finderlohn nach billigem Ermessen zu bestimmen.
(2) Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Finder die Anzeigepflicht verletzt oder den Fund auf Nachfrage verheimlicht.

§ 972 - Eigentumserwerb des Finders

(1) Mit dem Ablauf von sechs Monaten nach der Anzeige des Fundes bei der zuständigen Behörde erwirbt der Finder das Eigentum an der Sache, es sei denn, dass vorher ein Empfangsberechtigter dem Finder bekannt geworden ist oder sein Recht bei der zuständigen Behörde angemeldet hat. Mit dem Erwerb des Eigentums erlöschen die sonstigen Rechte an der Sache.

(2) Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so beginnt die sechsmonatige Frist mit dem Fund. Der Finder erwirbt das Eigentum nicht, wenn er den Fund auf Nachfrage verheimlicht. Die Anmeldung eines Rechts bei der zuständigen Behörde steht dem Erwerb des Eigentums nicht entgegen.

Fundunterschlagung

Wie schon aus dem Wort hervorgeht, ist es eine Unterschlagung, wenn Du einen Fundgegenstand für Dich behältst. Hier gilt wie in vielen Fällen: Schon der Versuch ist strafbar - und unfair! Natürlich musst Du den gefundenen Gegenstand erst einmal an Dich nehmen, bevor Du ihn zum Fundbüro bringen oder den Eigentümer über Deinen Fund informieren kannst. Um nicht in den Verdacht zu kommen, dass Du den Fund unterschlagen willst, musst Du unverzüglich handeln - d.h. ohne schuldhaftes Zögern. Was dafür nötig ist, hängt von den Umständen des jeweiligen Falles ab.

Wenn der unglückliche Verlierer seinen Code auf dem Fundgegenstand hinterlassen hat, hat Du als der ehrliche Finder aber leicht, Deiner Pflicht nachzukommen. Du kannst den Eigentümer sofort per E-Mail über den Fund informieren.

Zuletzt noch der entsprechende Paragraph des Strafgesetzbuches (StGB):

§ 246 - Unterschlagung

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

(3) Der Versuch ist strafbar.